Kommunalwahlen in Kiel und Lübeck: Starke Verluste von SPD und CDU

Kiel(Kommunalwahl_2018)_kleinKiel, 6. Mai 2018: Bei den heutigen Kommunalwahlen im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein müssen die CDU, die etwa seit einem Jahr zusammen mit der FDP und Bündnis 90/ Die Grünen eine Koalition in dem Bundesland bildet, sowie die SPD, die seit eben dieser Zeit in Opposition ist, mit massiven Verlusten rechnen. Landesweit büßt die CDU 3,8 %-Punkte ein, die SPD sogar 6,5 %-Punkte. Bündnis 90/Die Grünen allerdings kann um 2,8 %-Punkte zulegen.
In der Landeshauptstadt Kiel fallen die Sozialdemokraten von vorher 35,7 % auf jetzt 29,9 % zurück. In Lübeck sind die Verluste sogar noch massiver: Hatte die SPD dort bei der Kommunalwahl 2013 noch 33,8 % erreicht, so der SPD-Anteil ist nach dem amtlichen Endergebnis auf 27,6 % zurück gegangen. Allerdings geht es der CDU in beiden Städten nicht besser: In Kiel verliert sie nach dem Endergebnis lautend gut 6 %-Punkte, in Lübeck büßt die CDU mehr als 7 %-Punkte ein. Hier gewinnt die AfD bei ihrer erstmaligen Kandidatur 5,1 %, in Kiel sind es 6,2 %. Bündnis 90/Die Grünen erzielt ein hohes Ergebnis in beiden Städten (Kiel: 20,5 %, Lübeck: 15,4 %). Landesweit erreicht die AfD 5,5 %, die FDP 6,7 % sowie die LINKE 3,9 %. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der die dänische Minderheit vertritt, erzielt 2,3 %.

Umfrage-Durchschnitt im April: Union stabil, SPD auch – auf niedrigem Niveau

Monats-Umfrage(April_2018)_kleinBerlin, 1. Mai 2018: Die SPD befindet sich weiterhin im Durchschnitt aller 19 bundesweiten Umfragen, der sog. „Sonntagsfrage“, bei 18,2 %. Dabei fließen die Daten aller 7 führenden Meinungsforschungsinstitute in diese Berechnung ein. Die Sozialdemokraten kommen demnach zusammen mit den Unionsparteien, die in diesen Monat im Umfragedurchschnitt 32,9 % (+/- 0,0 %-Punkte) erreichen, auf 51,1 %. Vor einem Jahr erzielten beide Parteien zusammen im Umfragedurchschnitt 65,7 % (CDU/CSU: 34,9 %, SPD: 30,8 %).
Drittstärkste Partei bliebe die AfD (13,7 %), die - laut der gemittelten Umfragedaten 1,1 %-Punkte mehr als bei der Bundestagswahl erzielt. Offenbar resultiert die derzeitige demoskopische Stärke der AfD nach wie vor weniger aus ihren Themen, sondern eher daraus, dass sie als „einzige“ Opposition wahrgenommen wird. Und offenbar sind viele der AfD-Anhänger auch (ehemalige) Wähler/innen der SPD.
Die FDP stabilisiert sich diesen Monat auf 9,0 % (- 1,7 %-Pkte.), eindeutige Gewinner wäre Bündnis 90/Die Grünen, welche jetzt 11,9 Prozent erreichen (+ 3,0 %-Punkte), sowie auch die LINKE, die auf durchschnittliche 10,5 % kommt (+ 1,3 %-Pkte.). Alle anderen Parteien erzielen laut Umfragedurchschnitt 3,8 % (- 1,4 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 55,6 %, eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 53,8 % kommen. SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 40,6%. Die (mögliche) Mandatsverteilung nach den gesetzlichen Grundmandaten (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 205 Mandate erzielen, die SPD 113, die AfD käme auf 85 Mandate, die FDP auf 56, die Grünen auf 74 und die LINKE könnte mit 65 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.