Neue CDU-Vorsitzende ist „Medienliebling“ Kramp-Karrenbauer - Bericht und Kommentar

Kramp-KarrenbauerBerlin, 8. Dezember 2018: Seit gestern ist es also entschieden: Die bisherige CDU-Generalsekretärin und ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, für die Medien auch AKK abgekürzt, ist also die neue CDU-Bundesvorsitzende. Sie setzte sich in der Stichwahl gegenüber Friedrich Merz mit 517 zu 482 Stimmen durch und tritt damit die Nachfolge der langjährigen Bundesvorsitzenden, Bundeskanzerlin Angela Merkel, an.
Diese Kandidatur der insgesamt drei möglichen Nachfolger Merkels, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz sowie Jens Spahn, erfreute sich einer hohen Aufmerksamkeit der Medien, denn Personalien in den Parteien sind für die Presse und den Rundfunk- und Fernsehanstalten mit ihrem Hang zur Vereinfachung eben auf personale Fragen immer eine Nachricht wert. Leider jedoch neigen die Medien immer wieder zur Parteinahme für die eine oder den anderen und hier war dieses nicht anders. Kramp-Karrenbauer wurde offenbar mehr mediale Sympathie entgegengebracht als den anderen Kandidaten.
Zudem wurden in diesen Medien wieder einmal, wen wundert es, auch Umfragen in Auftrag gegeben, die natürlich das entsprechende Meinungspotential in den die entsprechenden Umfragen finanzierenden Presseorganen oder Rundfunkanstalten sozusagen „bestätigten“. So wurden Erhebungen veröffentlicht, in denen die Bürgerinnen und Bürger die Frage beantworten sollten, wen sie denn, wenn es möglich wäre, zur/zum CDU-Vorsitzenden wählen würden. Natürlich kam dann als Antwort eine relative Mehrheit für „Kramp-Karrenbauer“ heraus. Dabei wird aber völlig außer Acht gelassen, dass eben nur die 1001 Bundesparteitagsdelegierten der CDU für diese Wahl zuständig sind. Diese können sich, müssen es aber nicht, einzig und allein ihrer Partei gegenüber verantworten.
Das aber die Medien immer wieder beeinflussend auf die Entscheidungen von Parteitagsdelegierten einwirken, ist ja hinreichend bekannt. Mit Hilfe derlei unrealistischer Umfragen versuchen sie ein Bild wiederzugeben, dem sich Delegierte nicht entziehen können. Viele Personen wollen eben „bei der Mehrheit“ sein, das gilt auch – und gerade – für Parteitagsdelegierte.
Nur ist eine derartige Vorstellung von einer - fiktiven - Mehrheit unrealistisch, zumal Umfragen eben Umfragen sind und keine Wahlergebnisse, gleichgültig, welcher Kandidat oder welche Einstellung in diesen - angeblich oder tatsächlich - vorn liegt. Und sicher kennen auch die Medienvertreter diese Tatsache, sie wird aber von diesen schlichtweg ignoriert.
Das trifft auch auf die Umfragen zu, die einen angeblichen „Anstieg“ der Stimmung zugunsten für die Unionsparteien in den Erhebungen festgestellt haben wollen. Natürlich war die öffentliche Aufmerksamkeit – auch die der Medien – für die Kandidatur der drei oben genannten Personen groß. Dass die CDU dann auch in den Umfragen einen „Aufschwung“ nehmen würde, ist aber etwas an den Haaren herbeigezogen. Denn es werden eben Umfragedaten miteinander vergleichen, aber nicht hinterfragt – ein Armutszeugnis für diesen angeblich „investigativen“ Journalismus, dem sich die Bundesrepublik Deutschland leistet. Täten sie das, dann hätten die Medien ja nichts mehr zu berichten und vor allem: zu beeinflussen.

Umfragedaten des Novembers 2018: Unionsparteien stabilisieren sich, die SPD fällt weiter – Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(November_2018)_kleinBerlin, 30. November/1. Dezember 2018: Während die CDU/CSU wie auch die SPD im Monatsdurchschnitt des Novembers 2018 weiterhin – demoskopisch - straucheln, stabilisieren sich die Umfragedaten für Bündnis 90/Die Grünen wiederum auf recht hohem Niveau.
Demnach kommen die Unionsparteien wie auch die SPD in den Umfragen wiederkehrend auf niedrigste Werte. Es errechnet sich für die Union ein Durchschnittswert von nur noch 26,5 %. Mit diesem Wert stabilisieren sich die Unionsparteien auf dem niedrigem Niveau des Oktobers. In diese Werte fließen auch die der letzten zwei Wochen ein: Dabei konnte die CDU/CSU sich etwas „fangen“. Offenbar wirkt hier die derzeitige öffentliche Aufmerksamkeit in Richtung CDU, die sie mit der kommenden Wahl und den vorhergehenden Regionalkonferenzen, auf denen sich die Kandidaten/Kandidatin für den CDU-Bundesvorsitz – Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn - vorstellten und auf die Fragen der CDU-Migliedern eingingen. Zudem spielt hier auch eine Vorliebe der Medien für Personen eine wesentliche Rolle in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dennoch sind beide Unionsparteien gut 6,4 %-Punkte von dem Ergebnis von 2017 entfernt, was einen (fiktiven) Verlust von nahezu 20 % ihrer damaligen Wählerschaft betragen würde. Voraussetzung: Die Höhe der Wahlbeteiligung bliebe in etwa der Wbt. der BtW 2017.
Nicht viel besser ergeht es ihrer Koalitionspartnerin SPD, die seit ihrer Entscheidung, wieder mit der CDU/CSU auf Bundesebene eine Koalition zu bilden, dauerhaft unterhalb von 20 % liegt. In den Umfragen mancher Institute liegt sie nur noch bei ca. 13 %, Tendenz: weiter fallend. Derzeit sind es nur 14,3 % insgesamt und ist somit mehr als 6,2 %-Punkte unterhalb ihres Ergebnisses von 2017, was einen Verlust von rund 30 % ihrer damaligen Wählerschaft bedeuten würde. Die Sozialdemokraten haben sich damit endgültig aus dem Parteiensystem als ehemals „große Volkspartei“ verabschiedet.
Die AfD (14,6 %) bleibt auch im zurückliegenden Monat relativ stark auf dem dritten Platz im Parteienranking, wird aber von Bündnis 90/Die Grünen in den Monatsumfragedaten weiter hinter sich gelassen. Zudem hat sich die demoskopische Lage für die AfD etwas verschlechtert, wenn man den Umfragedurchschnitt des Oktobers zum Vergleich heranzieht. Es ist ein Minuswert von 1,4 %-Punkte im Vergleich mit dem AfD-Oktoberwert zu erkennen. Wie sich ihre demoskopische Stärke in Zukunft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die FDP kommt in diesen Monat auf 8,9 % (- 1,8 %-Pkte.).
Eindeutige Gewinner wäre auch im November, wie angedeutet, erneut Bündnis 90/Die Grünen, welche jetzt 21,4 % erreichen (+ 12,5 %-Punkte). Sie könnten ihren Anteil der letzten Bundestagswahl (+ 140 %) weit mehr als verdoppeln. Angemerkt bleibt aber dieses: Die Grünen haben recht häufig innerhalb der Legislaturperioden (Bundestag) bei den Umfragen und Zwischenwahlen hoch abgeschnitten, so z. B. 2011, 2016 und jetzt wieder. Bei den jeweils darauf folgenden Bundestagswahlen schnitten sie dann deutlich niedriger ab. Deren demoskopische Entwicklung bleibt also abzuwarten, auch wenn sie derzeit erheblich - demoskopisch - stärker sind als die SPD.
Die LINKE, die durchschnittliche 9,2 % erzielt, könnte im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis in den Umfragen weder hinzugewinnen noch gibt es bei ihr Verluste. Alle anderen Parteien erzielen laut Umfragedurchschnitt 5,1 % (- 0,1 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen genau 50 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 44,9 %. Eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 56,8 % kommen. Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 167 Mandate erzielen, die SPD 90, die AfD käme auf 92 Mandate, die FDP auf 56, die Grünen auf 135 und die LINKE könnte mit 58 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.