Umfragedaten im Durchschnitt des September 2020: Nur die Grünen gewinnen hinzu

Monats-Umfrage(September_2020)_kleinBerlin, 1. Oktober 2020: Wie schon in den vergangenen Rückblicken erwähnt, sind die Monate seit April 2020 zu demoskopischen Erfolgen für die CDU/CSU geworden. Die Einschränkungen im Bereich der persönlichen Freiheit sowie auch wieder die anschließenden Lockerungen, die seit Beginn der „Covid-19-Pandemie“ im März die Innenpolitik bestimmen, erfahren immer noch Zustimmung bei einer breiten Mehrheit der Bevölkerung. Und davon profitierten bislang allein die Unionsparteien, während die SPD demoskopisch auf der Stelle tritt. Auch die recht frühe Nominierung des Bundesfinanzministers Olaf Scholz – als SPD-Kanzlerkandidat – hat bislang nicht viel daran geändert.
In der aktuellen „Sonntagsfrage“ („Welche Partei werden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?”) sind die CDU und CSU zusammen nun im September-Durchschnitt bei 35,8 % insgesamt angekommen. Dieser Wert in den Meinungsumfragen stellt allerdings kein reales Wahlergebnisse dar, ebenso wenig die Werte für die anderen Parteien. Umfragen erfassen nämlich nur einen augenblicklichen Wert zu dem Zeitpunkt, an dem sie erhoben werden, eine statistische Schwankungsbreite inbegriffen.
Die SPD hat im Durchschnitt der Umfragen rund 4,5 %-Punkte- im Vergleich zum vergangenen Bundestagswahlergebnis (2017) - verloren, während die Union um 2,9 %-Punkte zulegen würde. Die SPD (16 %) liegt in den Umfragen auch wieder rundweg hinter den Grünen, sogar deutlicher als im August.
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen erzielt im August durchschnittliche 18,6 %, was einen Zugewinn von 9,7 %-Punkte ausmachen würde, sie also ihren vorherigen Bundestagswahl-Anteil mehr als verdoppeln könnte. Die AfD würde zumindest dem Umfragedurchschnitt nach im Vergleich mit Bundestagswahlergebnis von 2017 um 2,3 %-Punkte auf jetzt 10,3 % zurückgehen.
Die LINKE wie auch die FDP gehören ebenso zu den demoskopischen Verlierern. Die LINKE würde auf ca. 7,6 Prozent und die FDP nur noch knapp über 5 % (5,8 %) kommen, also wieder weniger als im Vormonat. Alle anderen Parteien erzielen zusammen rund 5,9 %.
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 51,9 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 42,2 %. Eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde wie im letzten Monat auf 60,2 % kommen, eine – fiktive - Koalition von Union und Bündnis 90/Die Grünen erreicht 54,4 % und die derzeitige Koalition aus Unionsparteien und SPD käme auf 51,8 %.
Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 228 Mandate erzielen, die SPD 102, die AfD käme auf 65 Mandate, die FDP auf 37, die LINKE würde 48 Mandate erringen und schließlich erreicht Bündnis 90/Die Grünen 118 Sitze.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute Kantar, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGov ergibt.