Vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg: Die SPD kann hoffen

Hamburg(190220)_kleinHamburg, 19. Februar 2020: In der gestern bzw. heute veröffentlichten INSA-Umfrage zur Bürgerschafts-Wahlabsicht in Hamburg, vermutlich die letzte vor der Wahl am kommenden Sonntag, liegt die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten und ersten Bürgermeister, Peter Tschentscher, bei 38 %. Würde dieser Wert auch das Ergebnis dieser Abstimmung sein, so beschert das den Sozialdemokraten einen zwar recht hohen Verlust von 7,6 %-Punkte. Allerdings ist das nicht so extrem, wie zum Beispiel bei anderen Landtagswahlen. In Sachsen-Anhalt büßte die Partei 2016 10,9 %-Punkte ein, ebenso 2018 in Hessen.
Der Hamburger CDU droht in der Hansestadt laut INSA-Daten, aber auch in den veröffentlichten Werten anderer Institute, wie der Forschungsgruppe Wahlen, ein Absturz unterhalb von 15 %. Im Durchschnitt der Umfragen seit Januar 2020 kämen die Christdemokraten auf 14 %, die SPD hingegen auf durchschnittliche 34 %. Bündnis90/Die Grünen erzielen einen durchschnittlichen Umfragewert von 25 %. Interessant an den Umfragewerten für die Grünen ist die rückläufige Tendenz, bei Infratest-Dimap erzielten sie im Januar 2020 noch 29 %, in der vom selben Institut veröffentlichten Erhebung Mitte Februar waren es immer noch 23 %.
Die FDP liegt im Durchschnitt bei 6 %, in den aktuelleren Erhebungen ab Anfang Februar gehen ihre Werte zurück und wie sich die Turbulenzen bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen Anfang Februar auf die Chancen der Liberalen auswirken oder ob ausschließlich Hamburger Themen dominieren, ist noch fraglich.
Die AfD kommt im Durchschnitt auf ca. 7 %, die LINKE auf rund 9. Aber bei allen Umfragen sind Schwankungsbreiten drin, sodass das Pendel noch leicht in die eine oder andere Richtung ausschlagen kann.

New Hampshire Primary hat Bernie Sanders zum Sieger – wenn auch knapp

New_Hamphire(Primary_2020)_kleinConcord, 12. Februar 2020: Bei der gestrigen Vorwahl im nordöstlichen US-Bundesstaat New Hampshire setzte sich von den Kandidaten und Kandidatinnen der inzwischen 78-jährige Bernie Sanders an die Spitze. Nach Auszählung fast aller Stimmen bei den Demokraten erreichte er 25,8 %, dicht gefolgt von dem Kandidaten Pete Buttigieg mit 24,5 %.
Schaut man sich die Entscheidungen nach Bevölkerungsgruppen an, so fällt vor allem auf, laut den Wahltagsbefragungen des US-Nachrichtensenders CNN, dass Sanders in der Altersgruppe 18 - 29 Jahren mit 51 Prozent besonders deutlich abschnitt. Pete Buttigieg ist in der Altersgruppe von 45 - 64 mit 27 % besonders stark. Unterteilt man die Altersgruppen noch ein weiteres Mal, so erzielt Sanders in der Altersgruppe von 25 – 29 Jahren mit 55 % sein höchstes Ergebnis. Allerdings stellen jene jungen Wählerinnen und Wähler nur 15 % des Elektorats bei den Demokraten.
Pete Buttigieg erzielte insbesondere in jenen Kreisen seine höchsten Erfolge (28 bzw. 21 %), die sich selbst als moderat bzw. konservativ bezeichnen, während Sanders stark bei jenen ist (33 %), die sich als „liberal“ (im Sinne von politisch „links-stehend“). Jene machen laut CNN-Erhebung etwa 61 % bei den Demokraten aus.
Vergleicht man die Einkommensgruppen (Jahreseinkommen), so erzielt Sanders bei denen mit einem Jahreseinkommen von unter 100000 $ 34 %, umgekehrt schneidet Buttigieg ebenfalls mit 34 % in der Gruppe mit einem Einkommen von 100000 $ und höher am besten ab. Offenbar polarisieren sich nun zwei Kontrahenten im Kampf um die Nominierung bei den Demokraten heraus. Die nächste Abstimmung findet am 22. Februar in Nevada statt.

Vorwahlergebnis bei den Demokraten in IOWA steht: Pete Buttigieg auf dem ersten Rang

USA_Vorwahlen_2020_IOWA_kleinDes Moines, 5. Februar 2020: Nach langer Verzögerung konnten die Demokraten des Bundesstaates Iowa das Ergebnis der Caucus-Vorwahl bekannt geben. Der Veröffentlichung soll eine Panne in der zur Auszählung verwendeten Computersoftware vorausgegangen sein.
Dem nun mit 24-stündiger Verzögerung veröffentlichen Ergebnisses zufolge liegt mit 26,8 % der ehemalige Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, auf dem ersten Platz. Direkt dahinter kommt der Kandidat, Bernie Sanders, der schon 2016 für das höchste Amt in den USA kandidierte, mit 25,3 %.
Der dritte Platz ist mit der Kandidatin Elizabeth Warren bekleidet (18,3 %), auf dem vierten Rang liegt der ehemalige Vizepräsident der USA, Joe Biden mit 15,9 %. Dieser galt bislang aber als eigentlicher Favorit für die US-Präsidentschaftswahlen. Auf dem fünften Rang befindet sich die aus Minnesota stammende Senatorin Amy Klobuchar mit 12,1 %. Am 11. Februar wird dann in New Hampshire abgestimmt.

Und wieder ein monatlicher Durchschnitt: Wenig Änderungen insgesamt – Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(Januar_2020)_kleinBerlin, 1. Februar 2020: Im Vergleich zum vorhergehenden Umfragedurchschnitt im Dezember 2019 haben sich die Werte im Januar kaum verändert. Das bedeutet zum Beispiel für die SPD, die seit ihrem erneuten Eintritt in die derzeit regierende Große Koalition zum Teil deutlich unter 20 und auch unterhalb von 15 % liegt, keine gute Nachricht. Ihre aufwendige Bestimmung des neuen Führungsduos – Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans – hat somit nicht den gewünschten Erfolg.
Die CDU/CSU liegt mit 27,3 % um 0,1 %-Pkt. niedriger als im Dezember-Durchschnitt und immerhin 5,6 %-Punkte unterhalb ihres letztmaligen Bundestagswahlergebnisses. Die SPD käme im Januar auf durchschnittliche 13,4 % und würde das Wahlergebnis von 2017 noch um 7,1 %-Punkte unterbieten. Nach wie vor liegt Bündnis 90/Die Grünen oberhalb der 20-%-Marke, mit 21,9 % könnte sie ihr Wahlergebnis von 2017 um 13 %-Punkte überbieten.
Gleichstand herrscht mit jeweils 8,7 % bei FDP und LINKEN, die Liberalen würden 2 %-Punkte weniger erreichen als 2017, die LINKE 0,5 %-Pkte.
Die AfD erzielt im Januar durchschnittliche 13,9 % (+ 1,3 %-Punkte), alle anderen Parteien kommen auf einen Umfragedaten-Durchschnitt von 6,1 % (+ 0,9 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 49,9 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 44,0 %. Eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 57,9 % kommen, eine – fiktive - Koalition von Union und Bündnis 90/Die Grünen erreicht 49,2 % und könnte zusammen 314 Mandate erzielen. Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 174 Mandate erzielen, die SPD 85, die AfD käme diesmal auf 89 Mandate, die FDP auf 55, ebenso wie die LINKE und schließlich erreicht Bündnis 90/Die Grünen 140.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.