Umfragedurchschnitt im September: Weiterer demoskopischer Rückgang bei den Grünen

Monats-Umfrage(September_2019)_kleinBerlin, 1. Oktober 2019: Im Durchschnitt der Umfragedaten (Bundestag) im Monat September 2019 aller führender Meinungsforschungsinstitute kommen CDU und CSU zusammen auf 27,3 %. Zugrunde liegt diesem Wert der Durchschnittswert der 20 veröffentlichten Umfragen („Sonntagsfrage Wahlabsicht“) des zurückliegenden Monats: Demnach würden die Unionsparteien im Vergleich mit dem Ergebnis der Bundestagswahl (2017) 5,6 %-Punkte einbüßen. Ihre Koalitionspartnerin auf Bundesebene, die SPD, erzielt im Mittel der Umfragedaten nur 14,5 %, sie würde bei einem solchen Wahlergebnis sogar 6,0 %-Punkte verlieren und im September auf dem dritten Platz im Parteienranking landen, knapp vor der AfD.
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen erreicht in diesem September stattliche 22,5 %, was einen fiktiven Zugewinn von 13,6 %-Punkte bedeuten würde. Dennoch gehen die hohen Anteile bei den Grünen, als sie im Juni – im Nachhall der EU-Wahl – auf 26 % gekommen waren und auch die Union überflügelte, stetig zurück. Der „Bandwagon-Effect“ für die Grünen lässt also stetig nach.
Auch die AfD hatte vor allem kurz nach der Bundestagswahl einen demoskopischen Aufschwung erlebt, derzeit aber liegt sie im Mittel noch bei 14,3 %, 1,7 %-Punkte über ihrem letztmaligen Bundestagswahlergebnis. Wie sich diese rechtspopulistische Partei entwickeln wird, bleibt weiter abzuwarten. Insgesamt gesehen könnte sie aber bei einer Bundestagswahl zumindest ihr Ergebnis von 2017 (12,6 %) erzielen, dafür spricht auch ihr weitgehend gleichmäßiges Abschneiden im Umfragedurchschnitt.
Die FDP wie auch die LINKE liegen bei jeweils 7,5 % in den Umfragedaten: die FDP verlöre derzeit 3,2 %-Pkte., die LINKE 1,7 %-Pkte. Der Umfragedurchschnitt spricht dafür, dass diese beiden Partei mit ähnlichen Ergebnissen wie bei der Bundestagswahl 2017 im kommenden Bundestag einziehen könnten. Alle anderen Parteien erzielen insgesamt 6,4 % (+ 1,2 %-Punkte).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 49,1 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 44,5 %. Eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 57,3 % kommen, eine – fiktive - Koalition von Union und Bündnis 90/Die Grünen erreicht 49,8 % und könnte zusammen 318 der 598 Gesamtmandate erzielen. Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 174 Mandate erzielen, die SPD 93, die AfD käme auf 91 Mandate, die FDP auf 48, die Grünen auf 144 und die LINKE könnte ebenfalls mit 48 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach), sowie GMS und YouGov ergibt.