Umfragedurchschnitt im September: Union und SPD verlieren – Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(September_2017)_kleinBerlin, 21. September 2017: Die bislang 20 Umfragen, die jetzt im September vor der am Sonntag (24. September) stattfindenden Bundestagswahl veröffentlicht worden sind, zeigen ein recht eindeutiges Ergebnis: Die Unionsparteien (CDU/CSU) erzielen im Durchschnitt 37,1 %, sie liegen damit 14,6 %-Punkte vor der SPD. Die Union würde zwar im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 4,4 %-Punkte verlieren (10,7 % des Wahlergebnisses von 2013), hätte aber im Vergleich zu den Umfragedaten im Februar und März insgesamt gut 4 bis 5 Punkte zugelegt, wobei das Gros der demoskopischen Gewinne nach den Landtagswahlen im März und Mai stattgefunden hat. Dennoch: In den letzten vier Wochen nahm die (demoskopische) Zustimmung zu den Unionsparteien massiv ab, sie lag schon in den veröffentlichten Daten so mancher Institute bei 40 %, ist derzeit aber auf zum Teil 36 % zurückgefallen. Zu vermuten ist demnach, dass die Union sogar nur auf gut 35 % (oder vielleicht weniger) absackt und somit zu den Wahlverlierern gezählt werden kann.
Die für die SPD eindeutig verlorenen Landtagswahlen März und Mai im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hinterlassen auch im September (im Durchschnitt der Umfragen) ihre deutlichen Spuren. So kommt die Partei nur noch auf durchschnittlich 22,5 %, im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis 2013 hätte sie um 3,2 %-Punkte abgenommen (was ca. 12,4 % des 2013er Wahlergebnisses ergeben würde). Ob die Partei noch weiter in Richtung 20-%-Marke abfällt, ist zwar fraglich, aber durchaus möglich. Eine weitere Frage stellt sich dann auch, ob der erst Mitte März gewählte Vorsitzende (und Kanzlerkandidat) Martin Schulz überhaupt noch Bundesparteivorsitzender bleiben kann. Er ist zum damaligen Zeitpunkt mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt worden.
Die FDP ist im auch wieder September eine Gewinnerin bei den Umfragedaten. Derzeit kann sie zulegen auf jetzt durchschnittlich 9,2 Prozent (+ 4,4 %-Punkte im Vergleich zu 2013). Wie mobilisierungsfähig Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl sein wird, ist weiterhin unklar. In den Umfragen liegt diese Partei zwischen 6 und 9 %. Inzwischen kommen die Grünen auf 7,8 % im Durchschnitt der Umfragen, zwar wäre das ein Verlust von 0,6 %-Punkte (zu 2013), aber ein Ergebnis oberhalb von 5 % ist dennoch sicher.
Die LINKE kommt im Umfragedurchschnitt nun auf 9,4 %, also 0,8 %-Punkte mehr als beim Bundestagswahlergebnis von 2013. Dabei scheint die LINKE von dem schlechten Umfrage-Abschneiden der Sozialdemokraten zu profitieren und verfestigt sich weiterhin zwischen 8 und 10 %.
Die AfD, die bei den Landtagswahlen des Jahres 2016 sehr hohe Stimmenanteile einfuhr und auch im Durchschnitt der Umfragedaten noch im Januar 2017 auf 12,7 % gekommen war, ist nach massiven Verlusten in den Erhebungen nun stabilisiert und erreicht durchschnittliche 9,7 %, sie würde demnach 5,0 %-Punkte zulegen, also um rund 106 % ihres 2013er Ergebnisses.
Alle anderen Parteien erzielen in diesem Monat wieder 4,3 % (-2,0 %-Punkte). In %-Anteile der (Zweit-)Stimmen und unter Berücksichtigung der politischen „Lager“, hätten die CDU/CSU und die FDP zusammen 46,3 %. Mit der AfD würden die bürgerlichen Parteien 56,0 Prozent erzielen, Union und AfD bekommen im September zusammen 46,8 Prozent. Die LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD erhalten in diesem Monat zusammen 39,7 %, 3,0 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl im September 2013.
Rechnet man nun diese (vermuteten) Ergebnisse in Parlamentsmandate um, wobei hier keine (möglichen) Überhang- und Ausgleichsmandate mit einbezogen sind, sondern nur die Anzahl der gesetzlich vorgeschriebenen 598 Bundestagsmandate die Grundlage darstellen, hätte die LINKE 59 Sitze, die SPD käme nun auf 140 Sitze, die Grünen auf 49, die CDU/CSU erreicht 232 Mandate, die FDP kommt auf 57 Mandate sowie die AfD auf 61.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID,Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie(Allensbach) sowie GMS ergibt.

Umfragen geben der SPD keine Chance auf Übernahme der Kanzlerschaft - Bericht und Kommentar

Infratest-Dimap-Umfrage(070917)_kleinBerlin, 8. September 2017: Wenn man nur den aktuellen Werten der für die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten arbeitenden Institute Infratest-Dimap (obere Umfrage) und der Forschungsgruppe Wahlen e. V. glauben mag, dann steht die SPD mit ihrem viel gelobten Bundesvorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor der wohl für sie verheerendsten Niederlage seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Und schuld daran dürfte sie – wie so oft – selbst daran sein. Mit durchschnittlich 21,5 % kommt sie bei beiden genannten Instituten heraus (das Mittel aus 21 % bei Infratest-Dimap und 22 % bei der Forschungsgruppe Wahlen).
Die LINKE würde demnach 9,5 % erreichen, Bündnis 90/Die Grünen kommt bei beiden Instituten auf jeweils 8 %, die FDP auf 9 FGW-Umfrage(080917)_kleinProzent. Die CDU/CSU wird bei durchschnittlich 37,5 % gesehen und die AfD, die schon vor drei Monaten in Richtung 5 %-Hürde schlingerte, stabilisiert sich nun bei durchschnittlichen 10 % (11 und 9 %).
Was war passiert: Im Januar verkündete der damalige SPD Bundesvorsitzende und aktuelle Außenminister Sigmar Gabriel, dass er seine Parteiämter an Martin Schulz abgegeben wolle. Schulz wurde dann am 19. März, nur eine Woche vor seiner ersten Nagelprobe als Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat bei der Landtagswahl im Saarland, mit 100 % der Delegiertenstimmen zum SPD-Bundesvorsitzenden und deren Kanzlerkandidaten gewählt. Soweit, so gut, zumal bis zu diesem Zeitpunkt die Umfragen, bei denen die SPD vorher immer gut 15 %-Punkte hinter der CDU/CSU gelegen hatte, dieser Personalentscheidung recht zu geben schienen. Anders gesagt, die SPD war damit in allen Schlagzeilen und wuchs mit der Personalie Schulz auf einmal auf über 30 % der (Umfrage-)Stimmen an, teilweise lag die CDU/CSU hinter ihr, wenn auch knapp. Der „Schulz-Effekt“ schien geboren.
Nur: Dann hörte man längere Zeit nichts mehr vom hochgelobten Kandidaten. Und nicht nur das: Schulz war dazu verdammt, einer erstaunten Öffentlichkeit die drei nachfolgenden Wahlniederlagen im Saarland, in Schleswig-Holstein und schließlich Nordrhein-Westfalen zu erklären. Wo war der „Schulz-Effekt“? Gab es ihn überhaupt und wenn, dann wirkte er offenbar in die falsche Richtung (aus Sicht der SPD). Und wieder „wartete“ der Kandidat auf „demoskopische Erlösung“, die nicht kommen will. Wie zuletzt bei dem „Rededuell“ zwischen ihm und der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU).
Die SPD hat den Fehler gemacht, sich nur auf die einzig – und anfänglich - demoskopische Wirkung ihres Kandidaten zu verlassen. Zudem hat der Kandidat Schulz es an Durchsetzungsfähigkeit fehlen lassen gegenüber seiner Partei und somit Führungsschwäche gezeigt: ein nahezu tödlicher Fehler, wenn man sich um das wichtigste Amt in einem Land wie die Bundesrepublik Deutschland bewirbt. Und wenn man dann noch Wahlniederlagen erklären muss, die eine Vorort selbstzufrieden auftretende SPD vergeigt hat und weniger der Kandidat als solcher, dann ist um die Kanzlerschaft geschehen. Denn im Bewusstsein der Bevölkerung „brennen“ sich Verlierer und Gewinner ein. Und das Bild wird man eben nicht mehr los.
Manche sagen, dass die SPD nun eben „in die Opposition“ müsse, um sich zu „erholen”. Nun: Da war sie schon von 2009 bis 2013 und heraus kam dann ein arroganter, selbstverliebter Kanzlerkandidat (Steinbrück) und 25,7 %. Besonders „erholt” hatte sich die SPD demnach nicht. Zudem scheint es auch ein Makel der SPD zu sein, alles das politisch Notwendige am besten nicht aufzugreifen, wenn man es denn in den deutschen Medienkonzernen vorher nicht abgesegnet hat – und im Falle der SPD ist es der Bertelsmann-Konzern mit seinen Medien – wohl aus Furcht, dass man es sich mit den Konzernchefs auf ewig verdirbt. Und die CDU/CSU, die 2017 ebenfalls so gut wie keinen Wahlkampf macht, außer „Merkel über alles“, gewinnt auch noch, bei voraussichtlich sinkender Wahlbeteiligung.

Umfragedurchschnitt im August: Union hat den Sieg schon in der Tasche

Monats-Umfrage(August_2017)_kleinBerlin, 2. September 2017: Die für die SPD eindeutig verlorenen Landtagswahlen Anfang und Mitte Mai in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hinterlassen auch im August (im Durchschnitt der Umfragen) ihre Spuren. So kommt die Partei nur noch auf durchschnittlich 23,5 %, im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis 2013 hätte sie um 2,2 %-Punkte abgenommen (was ca. 8,6 % des 2013er Wahlergebnisses darstellen würde).
Die Unionsparteien (CDU/CSU) erzielen im Durchschnitt wieder 38,4%, liegen somit rund 15 %-Punkte vor der SPD. Die Union würde zwar im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 3,1 %-Punkte verlieren (rund 7,4 %), hat aber im Vergleich zu den Umfragedaten im Februar und März insgesamt 5 - 6 Punkte zugelegt, wobei das Gros der demoskopischen Gewinne im Mai/Juni stattgefunden hat.
Die FDP ist auch im August eine weitere Gewinnerin bei den Umfragedaten. Derzeit kann sie zulegen auf jetzt durchschnittlich 8,4 Prozent (+ 3,6 %-Punkte im Vergleich zu 2013). Wie sich die Wählerinnen und Wähler von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl verhalten werden, ist weiterhin unklar, auch diese Partei ist von einem Trittbrettfahrereffekt betroffen. Derzeit erreichen die Grünen etwa 7,5 % im Durchschnitt der Umfragen, zwar wäre das ein Verlust von 0,9 %-Punkte (zu 2013), aber ein Ergebnis oberhalb von 5 % ist dennoch zu erwarten.
Die LINKE kommt im Umfragedurchschnitt nun auf 9,0 %, also 0,4 %-Punkte mehr als beim Bundestagswahlergebnis von 2013. Dabei scheint die LINKE wieder von der Konfusion innerhalb der SPD und ihres Kanzlerkandidaten bzw. dem schlechten Umfrage-Abschneiden der Sozialdemokraten zu profitieren und verfestigt sich weiterhin.
Die AfD, die bei den Landtagswahlen des Jahres 2016 sehr hohe Stimmenanteile einfuhr und auch im Durchschnitt der Umfragedaten noch im Januar 2017 auf 12,7 % gekommen war, ist nach massiven Verlusten in den Umfragen nun stabilisiert und erreicht durchschnittliche 8,6 %.
Alle anderen Parteien erzielen in diesem Monat wieder 4,6 %. In %-Anteile der (Zweit-)Stimmen und unter Berücksichtigung der politischen „Lager“, hätten die CDU/CSU und die FDP zusammen 46,8 %. Mit der AfD würden die bürgerlichen Parteien 55,4 Prozent erzielen, Union und AfD bekommen im August zusammen 47 Prozent. Die LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD erhalten in diesem Monat zusammen 40,0 %, 2,7 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl im September 2013.
Rechnet man nun diese (vermuteten) Ergebnisse in Parlamentsmandate um, wobei hier keine (möglichen) Überhang- und Ausgleichsmandate mit einbezogen sind, sondern nur die Anzahl der gesetzlich vorgeschriebenen 598 Bundestagsmandate die Grundlage darstellen, hätte die LINKE 56 Sitze, die SPD käme nun auf 147 Sitze, die Grünen auf 48, die CDU/CSU erreicht 241 Mandate, die FDP kommt auf 53 Mandate sowie die AfD auf 54.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie(Allensbach) sowie GMS ergibt.