Ehemals große Parteien zusammen unter 50 %

Monats-Umfrage(30062018)_kleinBerlin, 30. Juni/1. Juli 2018: Die CDU/CSU wie auch die SPD erzielen im Monatsdurchschnitt des Juni 2018 bei den Umfragen wieder Tiefstwerte. So errechnet sich für die Union ein Durchschnittswert von nur noch 31,6 % und wäre nur noch 0,6 %-Punkte von ihrem bislang niedrigstem Wahlergebnis der ersten Bundestagswahl 1949 entfernt. Die Unionsparteien verlören im Vergleich zum Bundestagswahlergebnis 2017 zudem etwa 1,3 %-Punkte bzw. 4,0 %. Die SPD unterbietet ihr Ergebnis von 1949 sogar um 11 %-Punkte mit einem Umfragewert von 18,2 %. Im Vergleich zum letztmaligem Bundestagswahlergebnis liegt die SPD um 2,3 %-Punkte niedriger. Damit würde sie, vorausgesetzt die Beteiligung bliebe dieselbe wie 2017, ihr bis dahin niedrigstes Ergebnis nochmal um 11 % unterbieten. Allerdings erzielt sie 0,7 %-Punkte mehr als im Mai, die CDU/CSU büßt im Vergleich zum Umfragedurchschnitt des Mai 1,5 %-Punkte ein. Vor einem Jahr erzielten beide Parteien zusammen im Umfragedurchschnitt 62,8 Prozent (CDU/CSU: 38,6 %, SPD: 24,2 %), jetzt sind es 49,8 %.
Drittstärkste Partei bliebe die AfD (14,8 %), die - laut der gemittelten Umfragedaten – 2,2 %-Punkte mehr als bei der Bundestagswahl erzielen würde. Offenbar resultiert die derzeitige demoskopische Stärke der AfD nach wie vor weniger aus ihren Themen, sondern eher daraus, dass sie – immer noch - als „einzige System-Opposition“ wahrgenommen wird.
Die FDP kommt in diesen Monat auf 8,6 % (- 2,1 %-Pkte.), eindeutige Gewinner wäre auch im Juni wieder Bündnis 90/Die Grünen, welche jetzt 12,2 Prozent erreichen (+ 3,3 %-Punkte). Die LINKE, die durchschnittliche 10,3 % erzielt, könnte im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis in den Umfragen 1,1 %-Pkte. hinzugewinnen. Alle anderen Parteien erzielen laut Umfragedurchschnitt 4,3 % (- 0,9 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 55,0 %, eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 52,4 % kommen. SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 40,7 %. Die (mögliche) Mandatsverteilung nach den gesetzlichen Grundmandaten (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 198 Mandate erzielen, die SPD 114, die AfD käme auf 92 Mandate, die FDP auf 54, die Grünen auf 76 und die LINKE könnte mit 64 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.