Umfragedaten im März: Union fängt sich wieder zum Monatsende

Monats-Umfrage(Maerz_2020)_kleinBerlin, 31. März/1. April 2020: Im Vergleich zum vorhergehenden Umfragedurchschnitt im Februar 2020 haben sich die Werte im März deutlich verändert. Ganz besonders haben die beiden Unionsparteien offenbar von den zum Teil deutlichen Veränderungen bei der „Sonntagsfrage“ profitieren können.
Diese Änderungen in der Wahlabsicht sind eindeutig darauf zurückzuführen, dass es seit Ende Februar, also nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg (23. Februar 2020), nur noch ein Thema gibt: Die Ausbreitung des „Corona-Virus“, welches sich seit dem 24. Februar zunächst mit 16 Infizierten in Deutschland bemerkbar machte, inzwischen aber, so die Angaben des „Robert-Koch-Instituts“, auf geschätzte 62000 infizierte Personen ausgeweitet ist. Auch in anderen Ländern weltweit, so in der USA, in Italien und Spanien beispielsweise, sind inzwischen tausende Menschen infiziert worden und auch gestorben an der durch dieses Virus hervorgerufene Atemwegs-Krankheit Covid-19“.
Die recht schnell getroffenen Entscheidungen in Deutschland durch die CDU/CSU/SPD-geführte Bundesregierung zur finanziellen Absicherung der Wirtschaft und der privaten Haushalte während der Ausbreitung des Virus schlägt sich daher zugunsten der die Bundesregierung tragenden Parteien, insbesondere der CDU/CSU, nieder. Beim FORSA-Institut liegen CDU und CSU zusammen bei 36 %, bei INSA-Consulere diese Woche bei 35 %, die Forschungsgruppe Wahlen e. V. hat die Unionsparteien bei 33 % und das in KANTAR umbenannte EMNID-Institut sieht die Union bei 32 %.
Diese erstaunlich erscheinende Änderung in den politischen Präferenzen dürfte auch durch die Medienpräsenz der Kanzlerin Angela Merkel sowie – und vor allem – durch die Medienpräsenz der Minister aus der Union wie auch der anderen Amtsträger aus der CDU und CSU zurückzuführen sein. Die SPD, die ebenfalls durch diese Krise mehr in die positiven Schlagzeilen gekommen ist, kann nicht ganz so hohe demoskopische Zugewinne erfahren, dennoch liegt sie aber – zum Beispiel bei KANTAR – leicht höher als noch vor einigen Wochen. Anfang März wollten, so KANTAR, nur 16 % die SPD wählen, Ende März sind es immerhin 18 % geworden. Dieser Unterschied der beiden Koalitionspartner in der öffentlichen Bewertung dürfte auch mit der Tatsache zu tun haben, dass das Kanzleramt eben in der Hand der CDU liegt. So erreichte die Union in der ersten Monatshälfte im Durchschnitt der Umfragedaten nur 26,6 %, in der zweiten Monatshälfte ist sie aber auf durchschnittlich 32,6 % gekommen.
Die CDU/CSU kommt insgesamt - auf den gesamten Monat umgerechnet - auf 29 %, zwar 3,9 %-Punkte weniger als bei der letzten Bundestagswahl, aber um 1,8 %-Pkte. höher als im Februar-Durchschnitt. Die SPD käme im März auf durchschnittliche 15,6 % und würde das Wahlergebnis von 2017 um 4,9 %-Punkte unterbieten. Nach wie vor liegt Bündnis 90/Die Grünen oberhalb der 20-%-Marke, mit 21,5 % könnte diese Partei ihr Wahlergebnis von 2017 um 12,6 %-Punkte überbieten. Die Bündnis-Grünen büßten - vor allem in den vergangenen zwei Wochen - aber zum Teil massiv ein, beim FORSA-Institut zum Beispiel verloren sie - demoskopisch - rund 7 %-Punkte im Vergleich zu den Daten dieses Instituts vom 7. März.
Bei der FDP und der LINKEN sind im zurückliegenden Monat wiederum Veränderungen zu verzeichnen gewesen. Die FDP würde, wären diese Umfragedaten ein reales Bundestagswahlergebnis, den Stimmenanteil von 2017 (10,7 %) um 4,3 %-Punkte unterbieten, die LINKE bekäme derzeit 8,9 % (- 0,3 %-Pkte.).
Die AfD erzielt im März durchschnittliche 12,1 % (- 0,5 %-Punkte), alle anderen Parteien kommen auf einen Umfragedaten-Durchschnitt von 6,5 % (+ 1,3 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 47,5 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 46 %. Zum Monatsanfang jedoch hätten Grüne, SPD und LINKE 47,6 % erreicht, Union, FDP und AfD nur 45,8 %. Am Ende des zurückliegenden Monats kommen Union, FDP und AfD zusammen auf 49,7 %, SPD, LINKE und Grüne zusammen auf 44,1 %.
Eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 56,9 % kommen, eine – fiktive - Koalition von Union und Bündnis 90/Die Grünen erreicht 50,5 % und würde zusammen 323 Mandate erzielen.
Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 185 Mandate erzielen, die SPD 100, die AfD käme diesmal auf 77 Mandate, die FDP auf 41, die LINKE käme auf 57 Mandate und schließlich erreicht Bündnis 90/Die Grünen 138 Sitze.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute Kantar (vormals EMNID), Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGov ergibt.