SPD sackt weiter ab – AfD stabilisiert sich

Monats-Umfrage(310717)_kleinBerlin, 1. August 2017: Die für die SPD eindeutig verlorenen Landtagswahlen Anfang und Mitte Mai in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hinterlassen auch im Juli (im Durchschnitt der Umfragen) weitere Spuren. So kommt die Partei nur noch auf durchschnittlich 23,9 %, im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis 2013 hätte sie um 1,8 %-Punkte abgenommen (was ca. 7,0 % des 2013er Wahlergebnisses darstellen würde).
Die Unionsparteien (CDU/CSU) erzielen im Durchschnitt wieder 38,6 %, liegen fast 15 %-Punkte vor der SPD. Die Union würde zwar im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 2,9 %-Punkte verlieren (rund 7 %), hat aber im Vergleich zu den Umfragedaten im Februar und März insgesamt 5 - 6 Punkte zugelegt, wobei das Gros der Gewinne im Mai/Juni stattgefunden hat.
Die FDP ist auch im Juli eine weitere Gewinnerin bei den Umfragedaten, allerdings nicht mehr so stark wie im Vormonat. Derzeit kann sie zulegen auf jetzt durchschnittlich 8,3 % (+ 3,5 %-Punkte im Vergleich zu 2013). Auch bei ihr spielen die recht hohen Landtagswahlergebnisse im Mai in beiden Ländern jeweils deutlich oberhalb der 10-%-Marke, eine Rolle.
Wie sich die Wählerinnen und Wähler von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl verhalten werden, ist immer noch unklar, auch diese Partei ist von einem Trittbrettfahrereffekt betroffen. Derzeit erreichen die Grünen etwa 7,7 % im Durchschnitt der Umfragen, zwar wäre das ein Verlust von 0,7 %-Punkte (zu 2013), aber ein Ergebnis oberhalb von 5 % ist dennoch zu erwarten.
Die LINKE kommt im Umfragedurchschnitt nun auf 9,1 %, also rund 0,5 %-Punkte mehr als beim Bundestagswahlergebnis von 2013. Dabei scheint die LINKE wieder von der Konfusion innerhalb der SPD und ihres Kanzlerkandidaten bzw. dem schlechten Umfrage-Abschneiden der Sozialdemokraten zu profitieren und verfestigt sich weiterhin.
Die AfD, die bei den Landtagswahlen des Jahres 2016 sehr hohe Stimmenanteile einfuhr und auch im Durchschnitt der Umfragedaten noch im Januar 2017 auf 12,7 % gekommen war, ist nach massiven Verlusten in den Umfragen nun stabilisiert und erreicht durchschnittliche 8,0 %.
Alle anderen Parteien erreichen in diesem Monat wieder 4,4 %. In %-Anteile der (Zweit-)Stimmen und unter Berücksichtigung der politischen „Lager“, hätten die CDU/CSU und die FDP zusammen 46,9 %. Mit der AfD würden die bürgerlichen Parteien 54,9 Prozent erzielen, Union und AfD bekommen im Juli zusammen 46,6 Prozent. Die LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD erhalten in diesem Monat zusammen 40,7 %, 2,0 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl im September 2013.
Rechnet man nun diese (vermuteten) Ergebnisse in Parlamentsmandate um, wobei hier keine (möglichen) Überhang- und Ausgleichsmandate mit einbezogen sind, sondern nur die Anzahl der gesetzlich vorgeschriebenen 598 Bundestagsmandate die Grundlage darstellen, hätte die LINKE 57 Sitze, die Grünen 48, die SPD käme nun auf 150 Sitze, die CDU/CSU erreicht 241 Mandate, die FDP kommt auf 52 Mandate sowie die AfD auf 50.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie(Allensbach) sowie GMS ergibt.