Sonntagsfrage-Durschnitt im März: Der Höhenflug der CDU/CSU scheint vorbei zu sein

Monats-Umfrage(Maerz_2021)_kleinBerlin, 31. März/1. April 2021: Wie schon in den vergangenen Rückblicken gesagt, sind die Monate seit Mitte März 2020 und dann – vor allem - ab April des Jahres zu demoskopischen Erfolgsmonaten für die CDU/CSU geworden, nachdem sie in der Zeit davor - im Durchschnitt - auf unter 30 Prozent gefallen war. Und nun, genau ein Jahr danach, stürzt die CDU - und mit ihr die CSU – wieder demoskopisch ab.
Und es scheint, als hätten sich die Unionsparteien das Malheur selbst zuzuschreiben. Die sog. „Impfkampagne“, also das zügige Impfen gegen das Coronavirus, welche die gefährliche Infektionskrankheit „Covid 19“ (coronavirus disease 2019) eindämmen soll, geht eher schleppend voran. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gingen die örtlichen CDU-Landesverbände krachend unter. Und nicht genug: Einige CDU-Abgeordnete sollen sich auch im Rahmen der Corona-Krise bereichert haben.
Von den anfänglichen Erfolgen in der Eindämmung der Corona-Pandemie, also von April bis ca. Herbst 2020, konnten allein die Unionsparteien profitieren, während die SPD laut Umfragedaten auf der Stelle getreten ist. Dabei fiel den Demoskopen durchaus zum Jahresende 2020 eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ auf. Ob und inwieweit sich das weiterhin in den künftigen Monatsdurchschnitten und letztendlich bei der Bundestagswahl im September auswirkt, bleibt abzuwarten, denn Umfragen erfassen nur einen augenblicklichen Wert zu dem Zeitpunkt, an welchem sie erhoben werden, eine statistische Schwankungsbreite inbegriffen.
In der aktuellen „Sonntagsfrage“ („Welche Partei werden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?”) sind die CDU und CSU zusammen im März-Durchschnitt bei 29,2 % angekommen. Im Vergleich zum Ergebnis der Bundestagswahl 2017 büßt die Union – theoretisch - ca. 3,7 %-Punkte ein, im Vergleich mit dem Durchschnitt im letzten Monat ist das sogar ein Verlust von 5,9 %-Punkten.
Interessant sind die Betrachtungen der Umfragedaten in der ersten Märzhälfte, also die Daten, die bis einschließlich 15. März veröffentlicht wurden. Diese sind erfolgreicher für die Unionsparteien. Zwar ist hier ebenfalls ein starker Rückgang – im Vergleich zum Februar - bei CDU und CSU festzustellen, insgesamt aber verzeichnen (wie gesagt: theoretisch) beide Parteien noch einen Anteil in Höhe von 31,9 %. Erst nach den beiden Landtagswahlen am 14. März geht es für beide Parteien regelrecht bergab und sie kommen in der zweiten Märzhälfte nur noch auf 27,2 %.
Die SPD hängt immer noch im Umfragetief und würde rund 4,0 %-Punkte auf 16,5 % - im Vergleich zum vergangenen Bundestagswahlergebnis (2017) – verlieren. Auf der Basis des „zeitlich geteilten“ Umfragemonats errechnen sich für die SPD Ergebnisse von vorher 16,4 % und in der zweiten Monatshälfte 16,6 %. Die SPD tritt also immer noch demoskopisch „auf der Stelle.
Für Bündnis 90/Die Grünen errechnet sich im März durchschnittliche 20,2 %, was einen Zugewinn von 11,3 %-Punkte ausmachen würde, diese Partei also ihren vorherigen Bundestagswahl-Anteil mehr als verdoppeln könnte. Auch hier stellt die Teilung des Monats März in „demoskopische Halbzeiten“ zwei recht anschauliche Daten für die Grünen heraus: Erzielten sie in der ersten Märzhälfte noch 18,3 %, so kommen sie in der zweiten Märzhälfte auf 21,6 %. Dabei wirken die Wahl-Erfolge der Grünen offenbar in die Umfrageergebnisse hinein.
Die AfD würde dem Umfragedurchschnitt zufolge wiederum - im Vergleich mit Bundestagswahlergebnis von 2017 - um 2,0 %-Punkte auf jetzt 10,6 % zurückgehen. Und dabei ist es einerlei, ob man sich die Umfragedaten in der ersten oder zweiten Märzhälfte ansieht, in beiden Zeiträumen erzielt die AfD den exakt gleichen Anteil. Allerdings ist der demoskopische Verlust der Partei in diesem Monat niedriger als in den Vormonaten.
Die LINKE wie auch die FDP gehören ebenfalls zu den demoskopischen Verlierern, auch wenn es ab der zweiten Märzhälfte für die FDP offenbar – sehr leicht „bergauf“ zu gehen scheint: Insgesamt erreicht die FDP im März einen Anteil von 9,3 %. Dabei sind die Liberalen in der zweiten Monatshälfte etwas erfolgreicher, hier bekommt die FDP 9,7 %. Die LINKE würde ca. 7,9 Prozent erhalten, in der zweiten Monatshälfte sind es sogar nur 7,7 %, während es vorher 8,1 % waren. Alle anderen Parteien erzielen zusammen rund 6,3 Prozent.
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 49,1 %, SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 44,6 %. Nach der zeitlichen Teilung des Monats umgerechnet wären es für die CDU/CSU, FDP und AfD in der ersten Monatshälfte 51,3 %, in der zweiten 47,5 %. Für die SPD, Grünen und der LINKEN ergibt sich in der ersten Monatshälfte demoskopische 42,8 %, in der zweiten Monatshälfte 45,9 %. Die derzeitige Koalition aus SPD und Union würde insgesamt bei 45,7 % liegen, auf Basis der Monatshälften ausgewiesen wären es 48,3 % bzw. 43,8 %.
Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurde in den Medien auch eine mögliche Koalition von SPD, Grünen und FDP diskutiert, den Parteifarben nach eine “Ampel-Koalition”. Diese hätte derzeit einen Anteil in Höhe von 46 Prozent, wobei es in der zweiten Monatshälfte sogar 47,9 % wären und dieses Bündnis auch eine Mehrheit im Bundestag erzielen würde. Dabei würden die Grünen, zumindest demoskopisch, den Kanzler oder die Kanzlerin stellen.
Die (mögliche) Mandatsverteilung auf der Basis der gesetzlichen Grundmandate (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde den Daten zufolge 187 Mandate erzielen, die SPD 105, die AfD käme auf 68 Mandate, die FDP auf 59, die LINKE würde 50 Mandate erringen und schließlich erreicht Bündnis 90/Die Grünen 129 Sitze.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute Kantar, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.