Umfragedurchschnitt Juli 2018: AfD und Bündnis 90/Die Grünen auf dem Höhepunkt - Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(Juli_2018)_kleinBerlin, 31. Juli/1. August 2018: Während die CDU/CSU wie auch die SPD im Monatsdurchschnitt des Juli 2018 demoskopisch immer weiter nach unten straucheln, verstärken/stabilisieren sich die Umfragedaten für Bündnis 90/Die Grünen wie auch der AfD auf recht hohem Niveau.
Demnach kommen Union wie auch die SPD in den Umfragen wieder auf Tiefstwerte. Es errechnet sich für die Union ein Durchschnittswert von nur noch 30 %, damit liegen CDU und CSU gemeinsam genau einen Prozentpunkt unterhalb ihres bislang niedrigstem Ergebnis von 1949, immerhin der ersten Bundestagswahl überhaupt. Auch gut 3 %-Punkte beträgt die Differenz zum Ergebnis von 2017, was einen (fiktiven) Verlust von nahezu 9 % ihrer damaligen Wählerschaft betrüge.
Nicht viel besser ergeht es ihrem Koalitionspartner SPD, die seit ihrer Entscheidung, wieder mit der CDU/CSU auf Bundesebene eine Koalition zu bilden, unterhalb von 20 % liegt. Derzeit sind es nur 17,9 % insgesamt. Sie ist somit fast 3 %-Punkte unterhalb ihres Ergebnisses von 2017 und sogar 11,3 %-Punkte niedriger als 1949. Die Sozialdemokraten sind dabei, sich endgültig aus dem Parteiensystem als ehemals „große Volkspartei“ zu verabschieden. Vor einem Jahr erzielten Union und SPD zusammen im Umfragedurchschnitt 62,5 % (CDU/CSU: 38,6 %, SPD: 23,9 %), jetzt sind es 47,9 %.
Deutlich drittstärkste Partei bliebe die AfD (16,1 %), die - laut der gemittelten Umfragedaten – 3,5 %-Punkte mehr als bei der Bundestagswahl erzielen würde. Offenbar resultiert die derzeitige demoskopische Stärke der AfD nach wie vor daraus, dass sie – immer noch - als „einzige System-Opposition“ wahrgenommen wird. Über 16 % aber ergeben sich wohl auch aus den Diskussionen innerhalb der Union über die Neuausrichtung in der Flüchtlingspolitik. Dabei haben vor allem die Protagonisten der CSU übersehen (wollen?), dass die Menschen bei einem emotional umstrittenen Thema immer das Original – in diesem Fall die AfD – wählen und nicht die Kopie (die CSU). Für das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern (14. Oktober 2018) lässt sich also jetzt schon prognostizieren, dass die AfD recht hoch abschneiden dürfte in diesem Bundesland, aller Voraussicht nach auch deutlich höher als die SPD, die als Oppositionspartei kaum noch eine Rolle spielt in Bayern (und sonst auch).
Die FDP kommt in diesen Monat auf 8,9 % (- 1,8 %-Pkte.), eindeutige Gewinner wäre auch im Juli wieder Bündnis 90/Die Grünen, welche jetzt 12,8 % erreichen (+ 3,9 %-Punkte). Die Grünen stehen (im Parteiensystem) der AfD – beide als Oppositionsparteien auf Bundesebene - diametral gegenüber, deren Gewinne scheinen sich auch in Gewinne für die Grünen - und umgekehrt - niederzuschlagen. Angemerkt aber sei auch dieses: Die Grünen haben recht häufig innerhalb der Legislaturperioden (Bundestag) bei den Umfragen hoch abgeschnitten, so 2011, 2016 und jetzt wieder. Bei den jeweils darauf folgenden Bundestagswahlen schnitten sie dann weniger stark ab.
Die LINKE, die durchschnittliche 9,8 % erzielt, könnte im Vergleich mit dem Bundestagswahlergebnis in den Umfragen 0,6 %-Pkte. hinzugewinnen. Alle anderen Parteien erzielen laut Umfragedurchschnitt 4,5 % (- 0,7 %-Pkte.).
Beurteilt man die Daten nach dem bekannten „Links-Rechts-Schema“, so erreichen die CDU/CSU, die AfD sowie die FDP zusammen 55,0 %, eine „Jamaika-Koalition“ aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen würde auf 51,7 % kommen. SPD, Grüne und LINKE erzielen laut Umfragedurchschnitt 40,5 %. Die (mögliche) Mandatsverteilung nach den gesetzlichen Grundmandaten (598 Sitze) zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 188 Mandate erzielen, die SPD 112, die AfD käme auf 101 Mandate, die FDP auf 56, die Grünen auf 80 und die LINKE könnte mit 61 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.