Senats(nach)wahl in Alabama ging überraschend zugunsten der Demokraten aus

Alabama(Senatsnachwahl_2017)_kleinMontgomery, 13. Dezember 2017: Da Präsident Trump den früheren republikanischen Senator des Bundesstaates Alabama, Jeff Sessions zum „United States Attorney General“ (zu deutsch etwa: Justizminister) ernannte, wurde dieser Senatssitz vakant. Der inzwischen zurückgetretene Gouverneur des Bundesstaates, Robert Bentley, setzte den Wahltermin auf den 6. November an, seine Nachfolgerin im Amt entschied jedoch, den 12. Dezember als Nachwahltermin zu nehmen.
Die Wahl war durch einen Schmutzwahlkampf geprägt, für die Republikaner trat der frühere Richter Roy Moore an, für die Demokraten der ehemalige Staatsanwalt Douglas Jones. Während des Wahlkampfes wurden Stimmen laut, die Moore der sexuellen Belästigung von Kindern bezichtigten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gingen die Umfragen zuungunsten von Moore zurück. Alabama ist wegen seiner äußerst konservativ geprägten Bevölkerung seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts faktisch in der Hand der Republikaner. Umso überraschender ist nun der Sieg von Jones, der mit einem Vorsprung von nur 1,5 %-Punkten allerdings recht knapp ausgefallen ist.
Damit ändert sich auch der Vorsprung der Republikaner im US-Senat von bislang 52 auf jetzt 51 Sitzen. Die Demokraten stellen nun 47 Sitze, 2 gelten als unabhängig.

Umfragedaten-Durchschnitt im November 2017: Nicht weit vom Bundestagswahlergebnis entfernt

Monats-Umfrage(November_2017)_kleinBerlin, 1. Dezember 2017: Wenn man sich die Meinungserhebungen („Sonntagsfrage“) auch für den November 2017 ansieht, dann erkennt man immer noch keine besonderen Abweichungen vom Bundestagswahlergebnis. Bis auf wenige kleinere Veränderungen, die auch auf die vorhandenen statistischen Schwankungsbereiche zurückzuführen sind, ergibt die Zusammenfassung der insgesamt 21 Umfragen innerhalb des zurückliegenden Monats nicht.
Die SPD, die bei der Landtagswahl im Bundesland Niedersachsen mit 36,9 % den ersten Platz im dortigen Parteiensystem eingenommen hat, kommt im Durchschnitt der Umfragen des Novembers wiederum bundesweit auf 21 % und hätte, bei aller gebotenen Vorsicht, 0,5 %-Punkte zum Ergebnis der Bundestagswahl vom September dieses Jahres zugelegt.
Die CDU/CSU liegt mit 31,7 % (-1,2 %-Punkte) unterhalb ihres Bundestagswahlergebnisses. Die AfD erzielt im November bei 12,2 Prozent und somit laut Umfragen nur 0,4 %-Punkte unter ihrem Bundestagswahlergebnis. Die FDP kommt mit einem Minus von 0,1 Prozentpunkte auf 10,6 % im Durchschnitt, die LINKE auf 9,6 % (+ 0,4 %-Punkte) und Bündnis 90/Die Grünen erzielt im Durchschnitt 10,5 % (+ 1,6 %-Punkte). Alle anderen Parteien kommen auf 4,4 %.
Da die Koalitionsverhandlungen zwischen der Union, der FDP und den Grünen für eine (den Farben nach Schwarz, Gelb, Grün) „Jamaika-Koalition“, der Lieblingskoalition der bundesdeutschen Mainstream-Medien, gescheitert sind, ergeben sich für die Parteien wieder die üblichen politischen Lager nach „links“ und „rechts“. Dem „linken“ Lager gehören die LINKE, Bündnis 90/Die Grünen und die SPD an, sie würden laut Umfragedaten 41,1 % erzielen, das „rechte” (bürgerlich-konservative) Lager (FDP, CDU/CSU und AfD) kommt auf 54,5 Prozent.
Die (mögliche) Mandatsverteilung, nach den gesetzlichen Grundmandaten (598 Sitze), zeigt dann folgendes auf: Die CDU/CSU würde 199 Mandate erzielen, die SPD 131, die AfD käme auf 76 Mandate, die FDP auf 66, die Grünen ebenfalls und die LINKE könnte mit 60 Sitzen rechnen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser „Rangliste” nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern um den Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten des gesamten Monats der Institute EMNID, Infratest-Dimap, INSA, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) ergibt.