Im Saarland ist die SPD auch stärkste Partei – bis jetzt: Bericht und Kommentar

Saarland(Umfrage_2021_Gemeinden)_kleinSaarbrücken, 24. November 2021: Laut einer Umfrage zur Wahlabsicht im Saarland, wo am 27. März 2022 ein neuer Landtag gewählt wird, liegt die SPD mit 33 % im Parteienranking derzeit vorn, denn für die CDU, die mit Tobias Hans den Ministerpräsidenten stellt, würden sich nur 28 % entscheiden. Gleichauf liegen laut dieser Umfrage sowohl Bündnis 90/Die Grünen wie auch die FDP mit jeweils 8 %, ebenso erreichen die unter der Bezeichnung „Sonstige“ geführten anderen Parteien 8 %.
Einen Absturz sondergleichen würde die saarländische LINKE erleben, die immerhin bei der letzten Wahl (2017) noch 12,8 % erzielte, auf jetzt 6 %. Diese Partei erreichte bei der Landtagswahl 2009 immerhin 21,3 %. Mit etwa 9 % bekäme die AfD etwa 5 der 51 Landtags-Mandate.
Kommentar: Da es aber noch eine Weile dauern wird, bis der Landtag wirklich gewählt wird, kann auch politisch noch sehr viel passieren. Derzeit profitiert die SPD noch einerseits vom demoskopischen Niedergang der Partei Die LINKE sowie auch von der Schwäche der CDU, noch nicht ihren Bundes-Vorsitzenden gewählt hat. Zudem spielt bei den Bundestagswahlen folgenden Landtagswahlen auch der „Oppositionseffekt“ eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hierbei kann die Partei, die in bundespolitischer Opposition ist, bei Landtagswahlen deutlich besser abschneiden. Beispielsweise konnte bereits am 7. Februar 1999 die hessische CDU bei der damaligen Landtagswahl des Bundeslandes deutlich hinzugewinnen, obwohl die Unionsparteien bei der nicht einmal fünf Monate zuvor stattgefundenen Bundestagswahl ihr führendes Regierungs- und Kanzleramt einbüßte.

Erster Durchschnitt der „Sonntagsfrage“ nach der Bundestagswahl 2021: Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(November_2021)_kleinBerlin, 12. November 2021: Seit der Bundestagswahl am 26. September sind inzwischen etwa 31Sonntagsfragen“ („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“) durchgeführt worden. Im Prinzip bestätigen diese im Nachhinein das Bundestagwahlergebnis.
Besonders erstaunlich ist das nicht, denn es sind noch keine gravierenden Ereignisse geschehen, die die Entscheidungen am Tag der Wahl in Frage stellen würden. Zwar steigen die Zahlen bei den Neuinfektionen in der Corona-Pandemie, welche seit mehr als eineinhalb Jahren auch in Deutschland grassiert, derzeit massiv an. Aber die bisherige Bundesregierung von Angela Merkel (CDU) ist lediglich, bis zur offiziellen Wahl des neuen Bundeskanzlers (voraussichtlich Olaf Scholz von der SPD), geschäftsführend im Amt und die neue Regierung wird durch die Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP erst noch gebildet.
Derzeit liegt die SPD weiterhin vorn mit durchschnittlichen 26,7 %, ein Plus zum Bundestagswahlergebnis von einem Prozentpunkt. Ebenso zu den demoskopischen Gewinnern gehören die Grünen, die auf 16,1 % kommen bei einem (theoretischen) Zugewinn von 1,3 %-Punkte. Die FDP erzielt im Umfragedurchschnitt derzeit 13,8 % (+ 2,3 %-Punkte).
Die CDU/CSU würde derzeit auf 20,4 % kommen und verlöre 3,7 %-Punkte. Die LINKE muss mit einem Minus von 0,1 %-Punkte rechnen und erzielt 4,8 %, die AfD bleibt mit 10,3 % stabil.
Eine Mandatsverteilung sähe daher wie folgt aus: Die SPD käme - auf der Basis der 598 gesetzlich vorgesehenen Grundmandate – auf 183 Sitze, die Grünen würden 110 Mandate bekommen, die FDP 94, die CDU/CSU erzielt 140 Mandate und die AfD 71. Ob die LINKE Mandate erzielen würde, ist nicht klar, demoskopisch liegt diese Partei unterhalb von 5 %, sie könnte durchaus mit 3 Direktmandaten rechnen und somit doch in den Bundestag kommen.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser Rangliste nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute Kantar, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS, und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGOV ergibt.