Trump gewinnt auch in Nikki Haleys Heimatstaat

South-Carolina(Republikaner_Primary_2024)kleinColumbia, 25. Februar 2024: Auch in dem Staat, in dem Nikki Haley 6 Jahre Gouverneurin gewesen ist, in South Carolina, kann der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Vorwahl (Primary) innerhalb der Republikaner für sich entscheiden. Mit 59,8 % gewinnt er gegenüber seiner Gegenkandidatin Haley (39,5 %).
Nach den vom US-Sender CNN durchgeführten „Exit-Polls“ (Wahltagsbefragungen) kann Donald Trump wieder bei denen punkten, die eine eher negative Erwartung an den Zustand der Volkswirtschaft haben. Mit 85 Prozent haben Trumps Anhänger diesen Zustand als schlecht bezeichnet, diese Personen machen ca. 47 % der republikanischen Wähler aus. Da machen die 86 %, die die Wirtschaft als allgemein gut ansehen, bei Nikki Haleys Anhängerschaft nicht viel aus, denn diese Gruppe ist mit 14 % bei den Republikanern in der Minderheit.
22 % der Wählerschaft innerhalb der Republikaner bezeichnet ist als „unabhängig“, also nicht wirklich auf eine Partei festgelegt. Bei diesen erreicht Haley 60 %. Trump kommt auf 70 % bei denen, die sich zu den Republikanern bekennen, diese stellen 68 % der Partei.
Ideologische Festlegungen auf „konservativ“ (77 % der Republikaner) und „moderat(23 %) zeigen ebenfalls, dass Haley bei den konservativen Wählenden nur schwach abschneidet (28 %), während Trump hier mit 72 % besonders stark ist. Bei den „Moderaten“ kommt Haley auf 73 %. Nur: die sind bei den Republikanern - wie beschrieben - in der Minderheit.
Zudem kommt Trump bei denen, die in einer ländlichen Gegend leben (21 %), auf 66 %, Haley liegt mit 55 % bei jenen vorn, die in einer städtischen Gegend leben (8 %). In South Carolina liegt Trump bei allen Altersgruppen, also auch bei jenen bis unter 29 Jahren, mit 58 bis 66 % vorn.
Bei der Frage, wie man die Dinge beurteilt, die in den USA passieren, sind 12 % damit zufrieden oder sogar begeistert, allerdings 86 % der republikanischen Wählerschaft sehen das ganz anders. Bei diesen haben 65 % für Trump gestimmt, bei denen, die zufrieden sind, entschieden sich 76 % für Haley.
Bei der Frage danach, ob Trump, obwohl er wegen eines Verbrechens verurteilt werden könnte, dennoch für die Präsidentschaft geeignet sei, antworten 61 % mit „Ja“ und 36 % mit „Nein“. Es ist wenig überraschend, dass Trump mit 90 % von denen gewählt wurde, die diese Frage bejahen, aber 87 % stimmten für Haley, die zu dieser Frage „Nein“ gesagt haben.
Genauso bedenklich ist die Haltung der Republikaner zu Trumps mentalen und seiner physikalischen Gesundheit und ob er das Präsidentenamt ausüben könne. 69 % bejahen diese Frage, 30 % verneinen das. Bei letztgenannten entschieden sich 97 % für Haley, bei denen, die das bejahen, sind 88 % für Trump.
Auch bekennen sich ca. 41 % der Republikaner in South Carolina als Teil der „Make america great again“-Bewegung (MAGA). Von diesen entschieden sich 87 % für Trump, von denen, die sich hierin nicht einstufen (53 %), stimmten 60 % für Haley.
Das Thema „Einwanderung“ spielte in South Dakota auch eine Rolle. 31 % der Republikaner stimmten der Antwort auf die Frage, was mit den Immigranten ohne Papiere passieren solle, 31 % für eine Chance auf Legalisierung des Status der illegal eingewanderten Personen, aber 66 % meinen, dass diese ausgewiesen werden sollten. Trump gewinnt 75 % bei denen, die für die Ausweisung stimmen, Haley liegt mit 69 % bei der anderen Gruppe vorn.
Insgesamt gesehen ist es offensichtlich innerhalb der republikanischen Anhängerschaft schon längst klar, dass Trump wieder der Kandidat werden soll. Haley kann lediglich die moderaten und liberalen Stimmen auf sich vereinigen, die aber zu wenig bei den Republikanern vorhanden sind. Es dürfte also nach jetzigem Stand wieder auf ein Duell Biden vs. Trump hinauslaufen. Und wohl auf einen schmutzigen Wahlkampf, da eine große Anzahl der Republikaner Trumps Behauptungen von der „gestohlenen Wahl 2020“ glauben.

„Sonntagsfragen“ im Januar 2024: CDU und CSU festigen ihren Vorsprung, die AfD stagniert auf hohem Niveau

Monats-Umfrage(Januar_2024)_kleinBerlin, 31. Januar/1. Februar 2024: Die Umfragen bzw. „Sonntagsfragen“ („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“) zeigen eine Verfestigung des derzeit - relativ - hohen Anteils der CDU/CSU bei 31 % (+ 6,9 %-Punkte).
Allerdings ist dieser Wert der Unionsparteien als recht niedrig anzusehen, wenn man frühere Ergebnisse der beiden Parteien zum Vergleich heranzieht. 1983 erzielte die Union bei der Bundestagswahl 48,8 %, 26 Jahre zuvor waren es sogar 50,2 %. Hinzuzufügen ist hierbei, dass in der Bundesrepublik ein Drei-Parteiensystem (wenn man die CDU und CSU als eine Partei ansieht) existierte, bei dem die beiden damals „großen“ Parteien CDU/CSU und SPD zum Beispiel bei der Bundestagswahl 1976 auf zusammen 91,2 % gekommen sind. Heutzutage sind es aber 6 Parteien, die im Bundestag sitzen und offenbar nimmt die Anzahl der Parteien mit Chance auf Überwindung der Sperrklausel eher zu.
Derzeit würden die Union und die AfD zusammen 52,7 % erzielen. Die AfD, die zu ihrem recht hohen Ergebnis von 2021 (10,3 %) noch 11,4 %-Punkte hinzu gewinnen könnte (es handelt sich um demoskopische Werte und keine realen Wahlergebnisse) kann – zumindest demoskopisch – im Osten Deutschlands mit Ergebnissen bei den kommenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen im Herbst 2024 mit Ergebnissen von über 30 % rechnen. Dennoch scheint sich eine Stagnation bei den Umfragedaten der AfD einzustellen. Vielleicht ist dies auf die öffentliche Aufmerksamkeit zurückzuführen, die durch das Treffen von Rechtsextremen - auch mit führenden AfD-Politikern - in einem Potsdamer Hotel entstand. Bei diesem Treffen gab es unter anderem Forderungen nach einer Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland. Daraufhin ergaben sich sehr massiv besuchte Demonstrationen in Deutschland, die sich gegen Rechtsextremismus sowie gegen die AfD richten. Wie sich die Werte für die AfD weiter entwickeln werden, ist demnach fraglich.
Die SPD ist mit 14,5 % auf dem niedrigsten Stand seit der Bundestagswahl. Mit einem Verlust von 11,3 %-Punkten landet sie auf dem dritten Platz im Parteienranking. Dabei wird sie nicht nur als Partei negativ bewertet, sondern auch der von ihr gestellte Bundeskanzler Olaf Scholz. Ob sich die Partei von der Negativbewertung überhaupt erholt, ist derzeit nicht auszumachen. 2021 konnte man nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Juni desselben Jahres, bei der die SPD nur 8,4 % erzielte, nicht ahnen, dass die SPD drei Monate später stärkste Partei im Bundestag werden konnte.
Die FDP befindet sich, nach Rückgängen von Monat zu Monat auch im Durchschnitt unterhalb von 5 %. Derzeit erzielt sie 4,7 %, was einen Rückgang von 6,8 %-Punkte ausmacht, wenn man das Ergebnis der Bundestagswahl vom Herbst 2021 heranzieht.
Bündnis 90/Die Grünen ist mit 13,3 % (-1,5 %-Punkte) noch glimpflich davongekommen. Offenbar sind deren Anhänger nur allzu bereit, ihre Partei in ihrer Politik zu unterstützen.
Die LINKE landet inzwischen nur noch bei 3,8 % (-1,1 %-Punkte). Ob sich der Austritt und die Parteineugründung der ehemaligen LINKEN-Politikerin Sahra Wagenknecht ausgewirkt hat auf die niedrigen Umfrageergebnisse der LINKEN, ist zumindest fraglich, aber nicht auszuschließen. Es ist derzeit noch zu kurzfristig, als dass man Schlußfolgerungen ziehen kann.
Die neue Partei von Sahra Wagenknecht wie auch die Freien Wähler sind im Block „Sonstige“ geführt. Da nicht jedes Institut die Freien Wähler gesondert ausweist, wird diese Parteiengruppe und die Parteineugründung „Bündnis Sahra Wagenknecht“ derzeit zumindest noch unter den anderen Parteien mit berechnet.
In Mandaten stellt sich dieses Durchschnittsergebnis wie folgt dar: Die SPD würde 113 Mandate erhalten, die CDU/CSU 243, die Grünen kämen auf 104 Sitze, die AfD auf 170 Mandate. Die FDP bekommt wie die LINKE keine Mandate.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser Rangliste nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute VERIAN, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS, und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGOV ergibt.