Friedrich Merz nun neuer CDU-Bundesvorsitzender

F_Merz(02)Berlin, 22. Januar 2022: Nach nunmehr drei Anläufen ist Joachim-Friedrich Martin Josef Merz auch auf dem – virtuellen – CDU-Bundesparteitag mit insgesamt 94,6 % der Delegiertenstimmen gewählt.
Am 17. Dezember 2021 war Merz schon von der CDU-Basis mit 62,1 % einer Mitgliederbefragung der CDU-Bundesvorsitzenden bestimmt worden, der virtuelle Parteitag musste aber das Ergebnis der Mitgliederbefragung offiziell bestätigen.
Zusammen mit Friedrich Merz, der bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis 147 mit 40,4 % der Erststimmen gewählt worden ist, auch der Berliner Abgeordnete Mario Czaja als neuer CDU-Generalsekretär ins Amt. Czaja war es bei der letzten Bundestagswahl gelungen, der LINKEN den Wahlkreis 85, Marzahn-Hellersdorf, den sie immerhin seit 1990 durchgehend behielt, abzunehmen.

Vor 65 Jahren: Das Saarland kommt als zehntes Bundesland hinzu

Saarland(BtW_1957)_smallSaarbrücken, 1.Januar 2022: Nach dem Volksentscheid über das bestehende „Saarstatut“ am 23. Oktober 1955, welches von der Mehrheit (67,7 %) abgelehnt wurde und damit zur Folge hatte, dass das Saarland wieder an Deutschland angegliedert wurde, kam das Bundesland genau heute vor 65 Jahren wieder zur Bundesrepublik Deutschland, als nunmehr zehntes Bundesland.
Das Bundesland war das weitaus „katholischte“ Bundesland mit dem bis heute höchsten Anteil dieser Konfession an der gesamten Bevölkerung - eines Bundeslandes. So waren laut Volkszählung 1970 nahezu 74 Prozent der Bevölkerung Angehörige der deutschen Katholiken, laut Volkszählungsdaten von 1987 immerhin noch 72 % und laut der Kirchenmitgliederzahlen der Fortschreibungen der Deutschen Bischofskonferenz (2020) beträgt die Anzahl der katholischen Christen in diesem Bundesland immerhin noch rund 53 %.
Das hatte in früheren Jahren zur Folge, dass die CDU eine recht starke Position in diesem Bundesland erreichte. Bei der Bundestagswahl des Jahres 1957, als die Unionsparteien auch bundesweit mit 50,2 % die absolute Mehrheit der Stimmen errangen, haben die CDU im Saarland mit 33,3 % als wählerstärkste, sowie die CSU zusammen mit der Christlichen Volkspartei (CVP) mit 21,3 % abgeschnitten. 1957 war das Wahljahr, in welchem die CSU das bislang einzige Mal außerhalb Bayerns Kandidaten aufgestellt hatte.
Von den fünf Wahlkreisen des Bundeslandes gewann die CDU drei, FDP und SPD jeweils eins. Erst 1972 wurde die SPD im Saarland bei Bundestagswahlen zeitweise wählerstärkste Partei, auf der Ebene der Landtagswahlen war es zwischen 1980 und 1999.

Rückblick auf das Jahr 2021: Wie sich demoskopische Werte ändern können – Bericht und Kommentar

Monats-Umfrage(Dezember_2021)_kleinBerlin, 31. Dezember 2021/1. Januar 2022: Zum Jahresende 2021 stehen die Parteien, welche die „Ampel-Koalition“ - aus FDP, Bündnis 90/Die Grünen sowie die SPD (als größte Koalitionspartnerin sowie Kanzlerpartei) – bilden, demoskopisch etwas besser da, als es das letzte Bundestags-Wahlergebnis ausgewiesen hat.
Die SPD würde leicht hinzu gewinnen um 0,4 %-Punkte auf jetzt 26,1 %, die FDP würde zulegen - laut Durchschnitt - um 0,8 %-Punkte zu auf 12,3 % und die Grünen würden, wenn der Umfragedurchschnitt ein reales Wahlergebnis wäre, einen Prozentpunkt zum Bundestagswahlergebnis hinzu gewinnen und 15,8 % erzielen.
Bei den Oppositionsparteien im Bundestag liegt die CDU/CSU derzeit bei 21,8 % (- 2,3 %-Punkte), die AfD gewinnt in dem Umfragedurchschnitt 0,6 %-Punkte hinzu auf jetzt 10,9 % und die LINKE würde auf über 5 % kommen mit einem Zugewinn von 0,4 Prozentpunkte auf jetzt 5,3 %. Alle anderen Parteien erzielen im Umfragedurchschnitt 7,8 % (- 0,9 %-Punkte).
Schaut man sich die Umfrageergebnisse des Jahres 2021 an, so ist man immer noch überrascht, vor allem vom Abschneiden der Parteien, welche mit offiziellen Kanzlerkandidaten bzw. einer Kandidatin in den Bundestagswahlkampf zogen. Die SPD (Kanzlerkandidat: Olaf Scholz) lag bis einschließlich im Juli dieses Jahres bei deutlich unter 20 %. Erst im August deutete sich eine Wende in der Wahlpräferenz zugunsten der SPD an. Erst ließen die Sozialdemokraten die Grünen hinter sich und ab Mitte August demoskopisch auch die CDU/CSU (Kanzlerkandidat: Armin Laschet). Bei der Bundestagswahl kam die SPD auf 25,7 %, genau das prozentuale Ergebnis wie auch schon 2013.
Jahresumfragedaten_2021_kleinDie Unionsparteien lagen zum Jahresanfang bei 35,8 %, danach um die 35,1 %. Im April erzielte die Union nur noch 26,6 %. Die Grünen, die im April mit Annalena Baerbock ihre Kanzlerkandidatin nominierten, erzielten zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche 23,1 %, vor allem zum Monatsende sogar Umfrageergebnisse zwischen 26 bis 28 %. Dennoch gingen diese Werte innerhalb von vier Wochen deutlich zurück, erst lagen sie wieder zum Teil deutlich hinter der Union (bis Ende Juli um 9,7 %-Punkte), dann auch hinter der SPD (Ende August um 2,4 %-Punkte).
Die CDU/CSU fiel zum Wahltermin sogar noch deutlicher zurück, von Juli-Ende zum Ende August verloren CDU und CSU 4,6 %-Punkte - auf nur noch 23,8 %, bei der Bundestagswahl erzielte die Union dann 24,1 %.
Die AfD lag während des gesamten demoskopischen Jahres in den Umfragen bei um die 10 %, das Ergebnis von 10,3 % bei der Bundestagswahl kam also nicht überraschend. Zudem lässt sich feststellen, dass die AfD sich offenbar im bundesdeutschen Parteiensystem etabliert zu haben scheint.
Im Gegensatz zu den Umfragedaten der AfD legte die FDP deutlich zu, sie begann das Bundestagswahljahr mit demoskopischen 6,9 %, lag bei der Wahl immerhin bei 11,8 %, im Novemberdurchschnitt der Umfragen kamen die Liberalen sogar auf 13,8 %. Zum Jahresende erzielen sie wieder 12,3 %. Verliererin in den Umfragen wie auch bei der Bundestagswahl ist die LINKE, auch wenn diese zum Jahresende mit 5,3 % wieder die 5-%-Hürde überspringen würde.
Alle anderen Parteien begannen mit durchschnittlichen 5,9 %, bei der Bundestagswahl kamen alle anderen Parteien auf 8,7 %. Dabei erzielte die Partei „Freie Wähler“ allein 2,4 % (+ 1,4 %-Punkte), am Jahresende sind es demoskopisch insgesamt 7,8 % für die anderen Parteien.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser Rangliste nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute Kantar, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut, GMS, und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGOV ergibt.