Durchschnitt bei der „Sonntagsfrage“ im April 2024: Datenlage recht stabil

Monats-Umfrage(April_2024)_kleinBerlin, 1. Mai 2024: Etwa sechs Wochen vor der Wahl zum Europäischen Parlament sehen die 20 Umfragen zur Bundestagswahlabsicht des Monats April recht stabile Werte der Parteien.
Demnach erzielen CDU und CSU zusammen nach wie vor einen Wert von über 30 % (30,3 %). Damit würden beide Parteien 6,2 %-Punkte hinzugewinnen. Dagegen verliert die SPD im Vergleich zu ihrem letztmaligen Ergebnis 10,1 %-Punkte (auf jetzt 15,6 %). Dieser Verlust entspricht etwa 39 % ihrer Wählerschaft bei der Bundestagswahl von 2021.
Bündnis 90/Die Grünen ist dagegen recht stabil in den Umfragen, das Minus von 1,6 %-Punkten auf jetzt 13,2 % sind eher marginale Einbußen. Dahingehend sind die Verluste bei der FDP massiv: Sie steht derzeit im Durchschnitt der Sonntagsfragen bei nur noch 4,9 %, ist aber im Vergleich zum Februardurchschnitt wieder etwas besser taxiert. Vor zwei Monaten erzielten die Liberalen nur 4,3 %. Dennoch ist der aktuelle (theoretische) Rückgang von 6,6 %-Punkten recht hoch.
Die LINKE befindet sich nach wie vor im „3-%-Tunnel“ (3,3 %), ob sich daran was ändert, steht in den Sternen. Dabei kommt es auch darauf an - eigentlich bei allen Parteien - wie die LINKE bei den kommenden Wahlen abschneidet. Das „Bündnis Sarah Wagenknecht“, eine Abspaltung von der LINKEN, liegt im April bei durchschnittlichen 5,9 % und ist leicht abgerutscht von vorher 6,1 %. Allerdings sei angemerkt, dass derlei Werte und deren Veränderungen auch von der statistischen Schwankungsbreite beeinflusst sind.
Die AfD liegt auch nicht mehr so hoch wie im Januar (21,7 %), erzielte aber im April einen durchschnittlichen Wert von 17,8 %, was einen möglichen Zuwachs von 7,5 %-Punkte bedeuten kann. Das in vielen Medien berichtete „Ende des AfD-Wachstums“ mag zwar - zumindest demoskopisch - einzutreten, aber der Zuwachs im Vergleich zum letzten Bundestagswahlergebnis ist der höchste bei allen Parteien. Theoretisch kann die AfD mit einem Zuwachs von über 70 % ihrer Wähler von 2021 rechnen. Wie die AfD bei den kommenden Wahlen abschneidet wird auch über ihren demoskopischen Erfolg mitentscheiden.
Auf alle anderen Parteien entfallen im Durchschnitt 9 %, ein rekordverdächtiger Wert. Vor allem, wenn man das Bundestagswahlergebnis von 1976 ansieht, damals entfielen auf die „Sonstigen0,9 %, die Wahlbeteiligung betrug 90,7 %.
In Mandaten stellt sich das Durchschnittsergebnis bei der „Sonntagsfrage” wie folgt dar: Die SPD würde 119 Mandate erhalten, die CDU/CSU 231, die Grünen kämen auf 100 Sitze, die AfD auf 135 Mandate. Die FDP bekommt wie die LINKE keine Mandate, das BSW hingegen 45.
Zur Erklärung: Es handelt sich bei dieser Rangliste nicht um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung, sondern dem Durchschnittswert, der sich aus der Berechnung der veröffentlichten Umfragedaten eines gesamten Monats der Institute VERIAN, Infratest-Dimap, INSA-Consulere, der Forschungsgruppe Wahlen e. V., dem FORSA-Institut und dem Institut für Demoskopie (Allensbach) sowie YouGOV ergibt.